• praxis@zahn-schlaf-medizin.de
  • 0395 / 707 29 38

Schnarchen

Mit Schnarchen (med. Rhonchopathie) bezeichnet man ein knatterndes Geräusch, das in den oberen Atemwegen eines schlafenden Menschen erzeugt wird. Das normale Schnarchen wird auch als kompensiertes Schnarchen bezeichnet und ist in geringer Ausprägung eine Normvariante ohne Krankheitswert. Mit zunehmendem Alter schnarchen rund 60 % der Männer und 40 % der Frauen. Etwa 10 % der Kinder schnarchen. Bei sehr ausgeprägtem Schnarchen kann es zu einer Verminderung der Sauerstoffversorgung und in der Folge zu einer Störung des Schlafes kommen. Man spricht dann von obstruktivem Schnarchen.

Ursachen

Das Schnarchgeräusch entsteht durch flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens, zum Teil auch des Zungengrundes und des Rachens beim Atmen. Es kann in einigen Fällen durch Nasenatmungsbehinderungen hervorgerufen sein.

Beim Schnarchenden liegt generell eine Blockade der Atemwege vor. Meist schwingt das infolge der Entspannung des Körpers im Schlaf erschlaffte Gaumensegel flatternd im Sog der Atemluft. Es kann aber auch der hintere Bereich der Zunge in den Rachen zurückfallen. Es gibt also nicht nur einen Faktor, der als Ursache für dieses Symptom in Frage kommt.

Bei den meisten Betroffenen tritt das Schnarchen abhängig von der Körperlage auf. So kommt es häufig in der Rückenlage zum Schnarchen, wenn der Unterkiefer des Schlafenden nicht gestützt ist und er durch den geöffneten Mund atmet. Registriert der Körper einen durch die erschwerte Atmung hervorgerufenen Mangel an Sauerstoff, löst er eine Positionsänderung aus.

Auch Übergewicht oder genetische Veranlagung können dafür verantwortlich sein, dass eine anatomische Besonderheit vorliegt, die das Schnarchen letztlich bewirkt: Der Atmungsapparat des Schlafenden kann nicht in jeder Körperlage die nötige Spannung aufrechterhalten, die das Schnarchen verhindern würde.

Ebenso fördern Alkoholkonsum oder die Einnahme von Beruhigungsmittel, Schlafmitteln, Tranquilizern und Psychopharmaka die Erschlaffung des Gaumensegels und somit den Vorgang des Schnarchens.

Das Schnarchen kommt in verschiedenen Ausprägungen vor. So gibt es Personen, die nur gelegentlich schnarchen, z. B. bei einem Schnupfen. Andere Personen schnarchen nahezu jede Nacht, verbunden mit zum Teil sehr lauten, stark störenden Schnarchgeräuschen. Eine ständig verstopfte Nase, beispielsweise chronische Entzündungen, Allergien oder durch eine verkrümmte Nasenscheidewand ist eine weitere mögliche Ursache des Schnarchens.

Das Schlafapnoe-Syndrom ist häufig von heftigen Albträumen begleitet. Bei einer Schlafapnoe erleidet der Schlafende einen massiven Sauerstoffmangel. Der Körper aktiviert einen Schutzreflex. Dabei steigt die Atemanstrengung und die Spannung der Atemwegs- und Atemmuskeln, sodass ein Durchatmen ermöglicht wird. Dabei wird eine Stressreaktion ausgelöst, die zu Blutdruck- und Herzfrequenzanstiegen führt. Auch eine Adrenalinausschüttung erfolgt. Der Betroffene wacht eventuell nach Luft ringend und mit starkem Herzklopfen auf, jedoch läuft die überwiegende Zahl der Stressreaktionen unbemerkt im Schlaf ab.

Folgen

Bei einer starken Ausprägung kann der Schnarcher sogar von seinem eigenen Schnarchgeräusch aufwachen.

Folgen für den Schnarcher

Häufig haben Schnarchende keinen erholsamen Schlaf, da die Schnarchzyklen vor allem in den wichtigen Traum- und Tiefschlafphasen vorkommen. Abgeschlagenheit, Nervosität und Müdigkeit auch nach langem Schlaf sind im Wachzustand die Folge. Schwerwiegendere Schnarchleiden können, sofern sie langfristig auftreten und nicht erkannt werden, Beeinträchtigungen am Herz- und Kreislaufsystem (Bluthochdruck) mit Erhöhung des Infarkt- und Schlaganfallrisikos nach sich ziehen.

Schlafapnoe-Syndrom

Es können Atemstillstände infolge vollständigen Zusammenfallens des Schlundes bzw. der Halsweichteile auftreten. Solche Atemstillstände können äußerst zahlreich pro Nacht auftreten, wodurch der Schlaf stark beeinträchtigt ist. Eine extreme Ausprägung des Schnarchens, verbunden mit Atemstillständen, nennt man obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS); es ist eine schwerwiegende Schlafstörung.

Folgen für den Partner

Der Geräuschpegel des Schnarchens ist bei 20 Dezibel vergleichbar mit der Lautstärke des Raschelns von Laub, er kann aber auch wesentlich höhere Werte erreichen. Das Guinness-Buch der Rekorde führt Schnarchen von 93 Dezibel auf, was dem Lärmpegel einer stark befahrenen Autobahn entspricht.

Schnarchen gefährdet die Gesundheit des Partners und die Stabilität der Beziehung. Einer Studie zufolge nahmen Männer das Schnarchen ihrer Partnerin oft deshalb nicht wahr, weil ihr Schlaf tiefer war; sobald das Schnarchen sie aber störte, weckten die meisten ihre Partnerin. Umgekehrt versuchten die Frauen vor allem, ihren schnarchenden Partner nicht zu wecken, selbst wenn das Schnarchen sie selbst Schlaf kostete.

Verhaltensregeln

Durch einfache, selbst durchzuführende Maßnahmen kann man versuchen, das Schnarchen zu bekämpfen. Oft gelingt es dadurch wenigstens, das Schnarchen zu mildern; allerdings sind diese Maßnahmen nicht immer erfolgreich.

Schlafposition

Bei zu starker Kopftieflage schwellen bei manchen Menschen die Nasenschleimhäute geringfügig an. Dies kann bei bereits bestehender Enge der Nase die Nasenatmung weiter beeinträchtigen, sodass ein Schnarchen auftritt bzw. sich verstärkt. Dem kann entgegengewirkt werden, indem der Kopf hochgelagert wird. Allerdings fördert eine zu starke Kopfhochlage wiederum Schnarchen und vor allem die Ausprägung der gefährlichen Schlafapnoen, da durch den abgeknickten Atemkanal im Hals der Raummangel noch weiter verstärkt wird, es dadurch zu den Atemwegsverengungen kommt. Da die Rückenlage gehäuft zu Schnarchen führt (durch die Schwerkraft: zieht Gaumensegel oder Zunge noch mehr nach unten), sollte man als habituelle Veränderung der Schlafposition ein Lagetraining z.B. durch Einnähen von Tennisbällen in den Rückenteil des Pyjamas, Tragen einer Schlafweste, andenken. Starke Schnarcher schnarchen allerdings in jeder Position, sodass diese Gegenmaßnahme in solchen Fällen keinen wesentlichen Erfolg erzielt.

Alkohol, Medikamente

In den letzten 3-4 Stunden vor dem Schlafen sollte jeglicher Alkoholkonsum vermieden werden. Die Einnahme stark entspannender Arzneimittel sollte möglichst gänzlich vermieden werden.

Übergewicht

Da sich Fett auch im Rachenbereich ablagert (an den Wänden der Hohlräume) und so den Atemdurchmesser verengt, ist bei starker Adipositas eine Gewichtsreduktion die Therapie der ersten Wahl.

Allergien

Sollte eine Hausstaubmilbenallergie oder eine Bettfedernallergie bestehen, so sollten Betten und Kissen mit synthetischem antiallergischem Füllungsmaterial verwendet werden; außerdem sollte die Bettwäsche alle 5 Tage gewechselt sowie die Bettdecke und das Kissen spätestens alle 8 Wochen gewaschen werden

Gleichbleibende, fixe Schlafenszeiten, geschlossener Mund

Eine sogenannte „Schnarchbandage“ oder „Schnarchbinde“ fixiert mit einem Elastik-Gurt den Unterkiefer und hält so den Mund zu. Dasselbe wird durch eine sogenannte Mundvorhofplatte („Schnarch-Schnuller“) erreicht.

(*1)

Kommentare sind geschlossen.